Chapter

Erstes Kapitel

Es war zu Berlin, im Jahre 1861. Die Königlichen Theater waren seit dem 22. Januar wieder geöffnet, der Eröffnung des Landtags am 14. war die feierliche Weihe der 142 Fahnen der durch die Reorganisation der Armee neugeschaffenen Regimenter und Bataillone gefolgt und damit diese Umbildung der Heereskraft als fait accompli hingestellt, das nicht mehr abhängig sein konnte von der Zustimmung oder dem Groll der Opposition des Abgeordneten-Hauses, die in der Zeit der Regentschaft immer breiter und kecker ihr Haupt erhoben und die Gelegenheit günstig geglaubt hatte, die souveräne Herrschaft des Parlaments im Staate zu ertrotzen und die alten Gelüste von 1849 zur Wirklichkeit zu machen. Es war Abends 8 Uhr. Die Fenster-Vorhänge des bekannten Arbeitszimmers König Wilhelm I. waren niedergelassen. Das mittelgroße, dreifenstrige Eckzimmer hat zwei Türen, die den Fensterwänden gegenüber liegen. Das eine nach Norden gelegene Fenster hat die Aussicht auf den Platz am Eingang der Linden und die Universität, die beiden anderen gehen auf die Veranda nach dem Platze am Opernhaus. Die Ausstattung entsprach vollständig den Charakterzügen des Monarchen, den nach so manchen trüben Erfahrungen seiner früheren Jahre Gottes Wille bestimmt hatte, in seinen alten Tagen jeden Kranz des Ruhms, der Ehre und Liebe um seine Heldenstirn zu flechten. An dem Veranda-Fenster stand ein Rahmen, den

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