1. Wieder in Gefangenschaft.
Die Hafenstadt Bombay war von dem Aufstand nur wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. Jetzt, da der wirkliche Krieg erst begann, herrschte in dieser Stadt im Gegensatz zu allen anderen Städten Indiens frohes, lärmendes Leben; denn es waren unterdes die Verstärkungen in Massen eingetroffen, und General Sir Hugh Rose traf Vorbereitungen zu einem Kriegszug nach Mittelindien. Daß dieser ein Siegeszug werden und mit der völligen Vernichtung der Rebellen enden würde, daran zweifelte niemand. Selbst den hoffnungsvollsten Radschas wurde es nach und nach immer klarer, daß die Rebellen solch einer organisierten Armee, die imstande war, gegen ganz Asien siegreich vorzugehen, nicht lange standhalten könnten, und ein Radscha nach dem anderen unterwarf sich auf Gnade und Ungnade wieder dem englischen Gouvernement. Führer der Rebellen waren nur noch Bahadur, Nana Sahib, die Begum von Dschansi, die mit Bahadur verwandten Prinzen und Tantia-Topi, ein ganz gewaltiger Feldherr, den wir noch kennen lernen werden. In Bombay ging es also in Aussicht der kommenden Siege sehr heiter und lebhaft zu. Die Stadt wimmelte von Soldaten, denen es an nichts gebrach, die Einwohner fühlten sich vollkommen sicher, und eine gedrückte Stimmung lag nur auf denen, welche während des Aufstandes schon schwere Verluste an Familienangehörigen zu beklagen hatten. Die Stadt und ihre Umgegend boten das Bild eines