1. Ein Duell
Am Rande der lang ausgestreckten Dschungel, wie in Indien die mit Schilf und Rohr bewachsenen Sumpfniederungen genannt werden, entsprang unter einer Sykomore eine Quelle, bildete erst ein Bassin und floß dann dem Süden zu. Zahlreiche Spuren, große und kleine, bewiesen, daß an diesem Bassin die in der Dschungel hausenden Tiere ihren Durst zu löschen pflegten. Die Nacht war schon angebrochen, hell flimmerten am Himmel die Sterne, und es war also Zeit, daß die nächtlichen Raubtiere, Hyänen, Schakale, Panther und andere die Dschungel verließen und der Quelle zuschlichen. Aber sie taten es nicht. Sie heulten nur mit heiserer Stimme, welche den brennenden Durst verriet, jedoch die Dschungel zu verlassen und sich dem Wasser zu nähern, wagten sie nicht. Daran war der Mann schuld, welcher dort unter der Sykomore saß. Er lehnte seine kleine, korpulente und eine ungeheure Muskelkraft verratende Gestalt an eine Wurzel und lauschte bewegungslos, als wäre er aus Stein gehauen, dem immer näherkommenden Heulen, Wimmern und Fauchen der Raubtiere. Dieser Mann mußte in den Dschungeln wie zu Hause sein. Er wußte, daß der Durst der Bestien noch nicht so groß war, daß sie sich in grenzenloser Wut auf den Störenfried warfen. Sonst hätte er sich wohl nicht so ruhig verhalten. Näher und näher kam das entsetzliche Heulen, doch wurde es auch immer leiser. Noch unterlagen die Raubtiere dem mächtigen