Chapter

Vorrede

Farinas neuestes Werk ist einfach. Die diesmal von seiner Hand gezeichneten Figuren erscheinen beinahe als nur skizzenhaft hingeworfen. Mit so feinem und zugleich sicherem Stifte aber sind die Linien gezogen, daß aus dem, was wir in scheinbar flüchtigen Umrissen empfangen, die Meisterschaft eines Schriftstellers herausleuchtet, der kein Wort umsonst und keines zu wenig sagt, und in jedem, das er sagt, die geeignete Wahl traf. Diese Sicherheit der leitenden Autorität empfinden wir auch da, wo man sie mehr ahnt als sich über sie Rechenschaft zu geben im stande wäre. Man gerät bei der Lektüre in die Empfindung hinein, daß des Dichters Phantasiearbeit und die von ihm angewandten sprachlichen Mittel einander decken, und zugleich, daß jeder gelesene Satz als Anstoß zu eigener, weiterbildender Phantasiearbeit innerhalb unserer selbst wieder wirksam werde. Bei der uns vorgespielten, der äußeren Bewegung nach höchst geringfügigen Komödie – ich wähle diesen Titel, obgleich es sich um eine Novelle handelt – identifiziert man sich so sehr mit der Denkweise der agierenden Personen, daß man in die Zentralstelle ihrer inneren Lebensarbeit gelangt zu sein vermeint, wo das Räderwerk des Charakters unverhüllt arbeitet. Was Salvatore Farina uns hier liefert, ist reines Extractum vitae humanae. Vielleicht zu rein! Bei der dem Dichter angeborenen Aufrichtigkeit hat er nicht unausgesprochen lassen

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