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Ulrich von Rosenstein

Während ein Theil unser Zeitgenossen, diejenigen Dichtungen, die man wegen ihres Innhalts mit dem Namen Ritterromane gestempelt hat, mit heißhungriger Gier verschlinget, macht sich ein andrer Theil derselben, der zwar minder zahlreich ist als der erste, aber durch die Anmaßung tieferer Einsicht den Mangel der Vielheit zu ersetzen sucht, ein sehr angelegenes Geschäfte daraus, jene Art von Dichtung zu verdrängen, und dem herrschenden Hange der Lesewelt eine veränderte Richtung zu geben: bis itzt aber haben die Bemühungen der letztern Parthei beinahe gar keinen Eindruck auf die erstere gemacht, sondern vielmehr der alten Bemerkung eine neue Bestätigung ertheilt, daß nämlich die Verändrungen des Geschmacks, nicht so wol von dem Urtheile des Theoretikers, als von dem Beispiele eines eminenten Genies, das im Strohme einen neuen Strudel bildet, der alles was ihm nahe kommt, mit sich fortreißt, – oder auch von äussern Zufällen, abhängen, die die allgemeine Aufmerksamkeit von dem bisherigen Gegenstande, an dem man vielleicht zu ermüden anfieng, abziehen, und auf einen andern heften. Die besagte letztre Parthei hat besonders den sittlichen Nutzen der Ritterromane in Anspruch genommen, und behauptet, daß durch dieselben die Köpfe unsrer Jünglinge und Mädchen mit abentheuerlichen Ideen erfüllt werden, die sie aus dem Kraise des gewöhnlichen Menschenlebens hinausrüken, und sie für das

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