Auf der Hohen Koppe
Auf der Hohen Koppe war Pulverschnee gefallen. Heinrich Ull verließ den Zug mit einer Schar von Ausflüglern. Die Schneebretter sachgemäß auf den Rücken geschnallt, schritt er die Strecke der Landstraße dahin, ehe der Aufstieg beginnt. Da sah er ein Auto stehen. Offenbar Panne. Zu seinem Erstaunen erkannte er den Besitzer, der daneben stand, während der Gummireifen gewechselt wurde. Er war in der Familie des Fabrikdirektors Dr.-Ing. Ferdinand Ettram eingeführt. Ull wurde angerufen und verweilte bis zur Weiterfahrt im Gespräch. Da legte ihm mit einem Male der Industrielle die Hand auf die Schulter und nickte wohlwollend: »Und Sie sagen nichts? Mir ist zu Ohren gekommen, Sie erfreuen sich der persönlichen Gunst meines erhabenen Kollegen Alfred Godwein?« Ull mußte bestätigen. »Mein Vater ist ein Freund von Herrn Geheimrat Gonßen. Die Herren wollen es mit mir versuchen.« »Vergessen Sie uns andern aber bitte nicht ganz, schauen Sie bald bei uns vor. Wir sind aufs Land gezogen, nach Hanhagen.« Die Damen im Wagen beteiligten sich an dieser Einladung, indem sie in ihren Gesichtszügen Kränkung vortäuschten und die Fäuste ihrer Handschuhe rundeten. Der Dr.-Ing. nahm seinen Sitz neben dem Steuer ein, der Fahrer stieg nach. Hemmungslos entglitt der Wagen den Augen des jungen Mannes. Die Hohe Koppe ragt sechshundert Meter über dem Meeresspiegel. In ihrem westlichen Höhengrunde liegt ein