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Unter Menschenfressern

Gibt es in irgend einer Sprache der Welt ein abscheulicheres Wort als das Wort Menschenfresser? Ich glaube es nicht. Wie schauderte ich als Kind, wenn mir meine alte Gouvernante das Märchen von jenem Riesen mit zwei Mäulern erzählte, der mit dem einen Maule sagte: »Es riecht nach frischem Menschenfleisch!« und mit dem andern dann die Unglücklichen mit Haut und Haar, mit Rock, Hose und Stiefel verspeiste! Mit welchem Gefühle las ich dann als Knabe jene Reisebeschreibungen, welche den Leser in Länder führen, deren Bewohner nichts lieber genießen als ein Stück saftigen Menschenbraten! Und als dann das rücksichtslose Schicksal den Jüngling hinaustrieb in das wilde sturmbewegte Leben, lernte ich die Gluth der Sahara und den Schneesturm der wilden Gobi, die Kaffernhorden Südafrikas und die Indianerstämme des »wilden Westens«, die heiligen Pyramiden des Nils und die versunkenen Atobesstädte in den Klüften der Kordilleren kennen. Ich sah die Ueberreste von Völkern, welche von christlichen Kugeln, christlichem Branntwein und christlichen Krankheiten hingemordet wurden, ich sah die Korruption wüthen unter Nationen, welche noch vor kurzer Zeit stark und kräftig waren; ich sah Menschen tödten, Menschen unterdrücken, Menschen knechten, Menschen um ihre heiligsten Rechte betrügen; aber Menschen geradezu – fressen zu sehen, das war mir denn doch noch nicht vorgekommen, so daß ich schließlich

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