Erstes Kapitel
Der Tag graute noch kaum, dichte kalte Herbstnebel ließen ihn nicht durchdringen. Die schwarzen Umrisse der Pappeln lösten sich eben aus dem Nichts, raschelnd jagten die Blätter, vom Morgenwinde getrieben, über die gefrorene Landstraße. Eine Reihe einstöckiger, wie nach einem und demselben Plan gebauter Häuser, mit langen, rückwärts in das Feld sich streckenden Bretterzäunen, zog sich in gleichen Zwischenräumen zur rechten Seite derselben hin, der Plänklerkette eines noch unsichtbaren Feindes vergleichbar. Alle diese Häuser lagen noch in tiefem Schatten, nur eines wachte bereits. Ein gelber Lichthof bildete sich im Nebel, zwei dunkle Gestalten regten sich wie Schattenbilder darin in rhythmischer Bewegung. Es war Vater Margold, der Gärtner, der, laut zählend, seinem auf einem Wagen stehenden Sohne Kohlköpfe zuwarf. Bei »Hundert« hörte er auf. »Genug, Hans! Jetzt rasch die Blumen und die zwei großen Yukka! Ist schon alles hergerichtet – rasch! rasch! Beim Weinmann drüben sind sie jetzt auch schon auf und unser Fuhrwerk war sonst immer das erste.« »Als ob was dran läg'!« entgegnete sichtlich übelgelaunt der junge Mann. »Ja, euch jungen Leuten liegt freilich nichts daran, das ist eben das Elend! Wo ihr einen Stolz haben solltet, da habt ihr ihn nicht, aber sonst alleweil oben hinaus!« Der junge Mann brummte etwas Unverständliches und ging mit der Laterne in den Schuppen. »Schau