Chapter

Treue Liebe

Dort zu Lande, in Stedingen, haben die Engel einen sauern Dienst, wenn sie alle die vielen Kinder, welche auf der Kappe des Deichs und unter dem Fuße desselben am Wasser spielen, vor Schaden behüten wollen. Man muß ihnen das Zeugnis geben, daß sie im Ganzen auch ziemlich treu sind, denn nur selten hört man, daß ein tölpelhafter Junge oder ein vorwitziges Mädchen die steile Treppe, welche zur Straße führt, hinabgestürzt ist, oder sich jenseits in dem bei Ebbezeit so schlammigen Graben nasse Füße und schmutzige Kleider geholt hat. Wenn die Flut kommt, dann können die unsichtbaren himmlischen Schutzleute sich ein wenig verschnaufen, weil nun die Mütter auf den Deich kommen, nicht nur, um nach ihren Kleinen zu sehen, daß sie nicht in den sich mit Wasser füllenden Graben fallen, sondern, weil sie ihre blanken Eimer mit dem jetzt so reinen und frischen Flußwasser füllen wollen. »Weest recht artig, Kinners!« heißt's dann: und beruhigt kehren die kräftigen Frauen zu Haus und Herd heim, weniger, weil sie dem Gehorsam und der Vorsicht ihrer Sprößlinge trauen – wie könnten sie das auch unbedingt, da das lebendige Element so verführerisch lockt –, nein, weil sie wissen, daß die Alten jetzt unter den Linden und Eschen auf dem Deiche sitzen oder oben auf demselben promenieren, um in's Wasser zu gucken, wobei sie dann auch auf die Bewegungen und Experimente der Kinder acht zu geben pflegen.

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.