Abschnitt 1
Ein schnittiger Zweisitzer bog kurz hinter Albano von der Via Appia nach Osten zu in die Albaner Berge ab, und mit einem Schlage änderte sich dabei das Bild; eben noch das breite Band der alten Römerstraße, jetzt ein schmaler gewundener Weg, der unter frühlingsgrünen Buchen und Maronen durch enge Schluchten und an rauschenden Bergwassern vorbeiführte. In einer Kurve lenkte der Ingenieur Enrico Tomaseo den Wagen vom Wege ab auf eine kleine Wiese und setzte den Motor still. »Ein guter Platz zum Lagern«, rief Carlo Villari, der neben ihm saß, und sprang mit einem Satz aus dem Wagen. Langsamer folgte ihm Tomaseo und reckte die von der Fahrt steif gewordenen Glieder, bevor er den Mund zu einer Antwort öffnete. »Hier ist's gut sein, Carlo, hier laßt uns Hütten bauen. Hier wollen wir unser Mahl nehmen und Siesta halten. Für die nächsten Stunden bringt mich hier niemand fort.« Villari schüttelte den Kopf. »Hast du unser Programm vergessen, Enrico? Wollten wir nicht zum Nemi-See, mio caro? Wollten wir nicht in jener Taverne in Genzano einkehren, wo der beste Frascati ausgeschenkt wird.« »Ach was, Carlo!« Der Ingenieur Tomaseo warf sich der Länge nach in das schwellende Gras, während er weitersprach. »Dazu sind wir heut zu spät von Rom fortgekommen. Um ein Uhr wollten wir fahren, als im letzten Augenblick Professor Ruggero kam und uns volle zwei Stunden mit einem Versuch langweilte . .