Unverwüstlich
Was marterst du das arme Hirn Mit Fragen und mit Schlüssen? Komm her und laß dir von der Stirn Die finstern Falten küssen! Mit Sorgen hast du nachgedacht Dem Laufe dieser Dinge Und zweifelst, ob der Liebe Macht Den Weltprozeß bezwinge? Wenn ich dir in die Augen schau', Die lieben, klaren Augen, Dann wissen wir ja ganz genau, Warum wir für uns taugen. Wir waren stets uns zugesellt, Willst du dich recht entsinnen, Seitdem im Raum sich dehnt die Welt Und seit die Zeiten rinnen. Ich glaube, daß du neben mir Zum Zentrum dich gerichtet Zuerst, da als Atome wir Zur Sonne uns verdichtet. Wir flogen dort schon Arm in Arm Beim ersten Gravitieren, Und wurden so gemeinsam warm Und konnten oszillieren. Und als der Nebelring in Glut Geschleudert ward ins Weite, Nicht sank uns der Atomen-Mut, Du flogst mir zum Geleite. Und als die Erde sich geballt, Da hielt es uns nicht länger, Uns band der Liebe Vollgewalt Im Molekül noch enger. Doch ach, entsetzlich war die Zeit, Kaum mag ich mich erinnern; Wir wurden grausam bald entzweit, Mich trieb es nach dem Innern. Dann sucht' ich, ach, von Ort zu Ort Umsonst, die ich erkoren, – Ich glaubte schon, es riß dich fort, Als wir den Mond verloren. So lebten fern wir und allein Millionen wohl von Jahren; Mein Herz, mein Herz war ewig dein – Erst spät hast du's erfahren. Als das Geschick von dir und mir Sich endlich ließ erbitten: In der Grauwacke krebsten