Traudes Hochzeitsabend
1. Kapitel. Die Glücksnuß. Damals in dem verregneten Juli befand sich mein Freund Harald Harst zumeist in miserabelster Laune. Wir hatten als Detektive absolut nichts zu tun. Die allgemeine Geschäftsflaute und Geldknappheit wirkte auch auf unser »Handwerk« zurück. Wenn wir nicht unseren Garten gehabt hätten, der mit zu dem alten Harstschen Familiengrundstück in Schmargendorf-Berlin, Blücherstraße, gehört, wären wir vor langer Weile umgekommen, denn zum Verreisen hatten wir keine Lust, zumal Haralds Mutter etwas kränkelte. — Während ich diese einleitenden Sätze zu Traudes Hochzeitsabend niederschreibe, liegen meine Notizen und noch etwas neben mir — etwas sehr Merkwürdiges und doch auch sehr Alltägliches: Eine Kokosnuß, — das heißt zwei Kokosnußschalen, in der Mitte durchgesägt. Diese Nuß war einst unversehrt, trug auch noch Ihre dicke Basthülle … Und diese Nuß fand ich am Vormittag des 15. Juli mit einem Bindfaden an einen Ast unseres schönsten Birnbaums angebunden. Ganz zufällig entdeckte ich sie … Starrte empor zu der bräunlichen Kugel und rief dann Harald herbei, der fünf Schritt weiter Radieschen säte … »Harald, komm doch mal her … Hier im Birnbaum hängt eine Kokosnuß …« Er schaute auf … »Du bist verrückt,« entfuhr es ihm … »Wenn du nicht bessere Witze machen kannst, so …« Und schwieg … Er hatte nun die braune Kugel ebenfalls gesehen … Sprang elastisch auf … »Entschuldige,