Kapitel 1
Toulet zählte vierzig Jahre. Er war ein kräftiger Mann, nicht in der Blüte, aber in der vollen Reife der Jahre. Sein breites Gesicht hatte frische Farben und feste Züge; seine großen Augen hatten einen freien, gutmütigen Blick; darüber zogen sich dichte Brauen; sein breiter Mund hatte ein feines Lächeln. Die Frauen liebten ihn wegen seiner Kraft, seiner Gesundheit, seiner guten Laune und seines großen Wohlstandes. Er war Gastwirt und hatte einen Ausschank von Branntwein, den man so schön »Lebenswasser« nennt, wie die Griechen ihre Parzen als »Eumeniden«, das heißt »Wohlgesinnte«, bezeichneten. Toulet war ganz Gutmütigkeit und Kraft, daher schwer zu erzürnen. Packte ihn aber der Zorn, so tat man gut, das Weite zu suchen. Einmal warf er zwei freche Wandrer hintereinander aus den Fenstern im Erdgeschoß seines Gasthofs. Seitdem ward er von Adligen wie Bürgerlichen geachtet. Toulet war rechtlich, nachsichtig gegen jedermann und treu wie ungemünztes Gold. Sein Gasthof, viel besucht von Jägern und Fuhrleuten, stand rechts abseits von der Straße, auf der die Pilger von Sankt Hubertus noch heute nach Andenne ziehen. Gegenüber ragten die Felsen, auf denen die drei Kanonen stehen, die mit lautem Schall ihr Willkommen rufen. Die Lage war schön. Gegenüber die Poesie der Berge mit ihrem üppigen Baumwuchs, saftstrotzend im März, lichtgrün im Lenz, mit reichem, buntem Laubschmuck im Sommer und