Erstes Buch
»Ruiniert!« Sein Bruder hatte es ihm soeben kurz und bündig mitgeteilt, daß er ruiniert sei! Er wiederholte das Wort mechanisch, es wollte keinen rechten Sinn für ihn annehmen. »Ruiniert!« Er lächelte, während er es aussprach, als ob es sich um etwas Komisches handle. »Ja, vollständig ruiniert!« wiederholte der Bruder, jedoch in ganz anderem, strengem, zurechtweisendem Ton – einem Ton, der in das kurze Wörtchen »ruiniert« eine vorwurfsvolle Strafpredigt zusammenfaßte – »vollständig ruiniert! Wir haben gestern mit Hunter zwei Stunden lang hin und her gerechnet. Nach Begleichung deiner Schulden bleibt dir bei sehr sorgfältiger Anlage deines Restchens Kapital ein Einkommen von dreihundert Pfund!« »Dreihundert Pfund!« sprach der Ruinierte langsam vor sich hin, »dreihundert Pfund!« wiederholte er, »und davon soll ich leben!« »Es ist alles, was du übrigbehältst,« wiederholte der Bruder mit einer Art grausamer Genugtuung, als ob er hätte sagen wollen: Da hast du's, ich hab' dir's immer gesagt! »So! Ah, du vergißt doch etwas,« entgegnete ihm der Jüngere phlegmatisch, »den Kredit, mein Lieber, den treuesten Freund schwungvoller Verschwender, den Marechal Bertrand, der ruinierte Taugenichtse nach St. Helena begleitet!« Das Gesicht des älteren Bruders wurde ernst, ja, es nahm einen geradezu bestürzten Ausdruck an. In London war es, wo dieses inhaltreiche Zwiegespräch stattfand, und zwar