Chapter

Erstes Kapitel

War das ein Aufsehen in Wien, – der Graf Rudolf Urbany hatte die Fritzi Wildauer geheiratet! Das war so rasch gegangen; kein Mensch hatte vorher eine Ahnung davon. Die Gesellschaft hatte vorher nicht Zeit gehabt, sich mit dem Gedanken an diese Ehe vertraut zu machen, sich auf das Ereignis vorzubereiten, die entsprechenden Prophezeiungen loszulassen und auf Erfahrungen gegründete Berechnungen darüber anzustellen, wie lange die Geschichte wohl dauern werde. Die Fritzi Wildauer! Na, unbegreiflich war es ja am Ende nicht, aber doch – wer hätte daran gedacht! Und gerade den Urbany hatte sie sich zu angeln verstanden, – ja, die Schauspielerinnen! Aber er, der Urbany, er war doch kein jugendlicher Springinsfeld mehr, den man so leicht um den Finger wickelt; auch so alt war er nicht, daß man bei ihm eine Thorheit so einfach und bequem hätte entschuldigen können. Gerade den Urbany, – so ein verteufeltes Frauenzimmer! Dumm ist sie nicht gewesen, die Fritzi Wildauer, das wollte jeder längst gewußt und gesagt haben, aber daß sie den Urbany d'rankriegen werde, das konnte doch niemand voraussehen. Man hatte längst aufgehört, den Urbany noch als Heiratskandidaten anzusehen, und zwar nicht nur das große Publikum, das ja die ganze Geschichte eigentlich gar nichts angeht, sondern auch die zuständigen Instanzen, die hochadeligen Mütter heiratsfähiger Töchter. Nicht einmal in seiner Gegenwart

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