Der Eindringling
Es war Herbstzeit, doch bisher hatte kein Sturm die Bäume ihrer Blätter entkleidet. Wohin das Auge blickte, sah es noch Laub, aber die Wälder hatten doch ihr Aussehen bereits verändert: wundervolle kupferrote und in scharfem Eiergelb prangende Farben tauchten neben dem Grün, das der Sommer gezeigt, auf, und wie mit Silber bedeckt erschien ein einzelner Baum, der, hoch die andern überragend, emporstrebte aus einem parkartigen Gehölz, welches das versteckt und düster gelegene Erbgut Falsterhof rings umgab. An einem solchen Herbsttage, um die Dämmerung, wandte sich ein Mann, der eben die Dreißig zurückgelegt hatte, in die zu dem Gute führende Kastanienallee. Aber bald hemmte er seine Schritte und horchte gespannt nach dem Hofe hinüber. Als von dort das Gebell eines Hundes an sein Ohr schlug, änderte er, den unheimlich klugen Mund in dem scharfknochigen, bartlosen Gesicht bewegend, die Richtung, zwängte sich durch zwei eine stille, große Wiese flankierende Feldsteine hindurch und ging, wiederholt vorsichtig um sich schauend, auf einem Umwege dem Gehöft zu. Nach zehn Minuten hatte er ein zur Linken des Herrenhauses sich hinstreckendes, dichtes Gehölz erreicht, durchschritt es, bis er an einen Gemüsegarten gelangte, und schlich dann an einem diesen begrenzenden Wirtschaftsgebäude entlang. Hier übersprang er, den gebahnten Weg verlassend, einen mit Brennesseln bestandenen Graben und