Chapter

Tod im Tattersall

»Karl! Verflixter Bengel, die kleine Tür steht ja schon wieder offen!« Auf dem Zementboden dröhnten die harten Tritte des Chefs, die Sporen klirrten leise. Dann wurde eine Tür heftig zugeschlagen, und ein Schlüssel drehte sich knarrend herum. Der Stalljunge Karl drückte sich tiefer in den Stand der Schimmelstute, aber die scharfen Augen Bertholts hatten ihn bereits entdeckt. »Komm mal sofort hierher!« Eine kräftige Hand legte sich hart auf die Knabenschulter. Einen Augenblick wurde Karl hin und her geschüttelt, daß ihm Hören und Sehen verging. Dann wurde er so heftig losgelassen, daß er sich an einem Pfosten festhalten mußte, um nicht zu fallen. »Habe ich dir nicht ein für allemal gesagt, die kleine Tür zum Hof müsse verschlossen sein? Der Teufel ist los, wenn ein Fremder plötzlich von dort aus in den Stall treten sollte, und der schwarze Hengst keilt ihn zusammen. Wehe dir, wenn ich das noch einmal sehe! Du fliegst auf der Stelle!« Die schweren Tritte entfernten sich, begleitet von dem leisen Sporenklingen. Wenige Meter weiter hielten sie bereits wieder an: »Der Herta wird morgen früh die Mähne geschnitten, verstanden?« Karl atmete erleichtert auf. Nun war der Chef nicht mehr in seinem Revier, und was er an den anderen Pferden auszusetzen fand, konnte ihm gleichgültig sein. Bei ihm war alles tipptopp. Alle Pferde glänzten, und die, die heute abend in der Quadrille geritten

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