Thekla, oder die Flucht nach der Turkei
Thekla, oder die Flucht nach der Türkei. 1. In einer der lebhaftesten Straßen Semlin's prangte an einem freundlichen einstöckigen Wohnhause ein blaues Schild, auf welchem mit großen goldenen Buchstaben die Worte standen »Löwen-Apotheke.« Neben der großen Glasthür, die in das Innere des Hauses führte, stand auf einem weißen Piedestal von Holz die Illustration zu dem Texte im blauen Schilde, nämlich ein kleiner gelber Löwe mit einer Krone, der in seinen Vordertatzen ein dunkelrothes Herz hielt, auf welchem abermals das Wort »Apotheke« in Goldbuchstaben zu lesen war. Das Erdgeschoß dieses Hauses enthielt außer dem Verkaufslocale und dem Laboratorium noch die Wohnzimmer des Besitzers, deren freundliche mit feinen weißen Gardinen geschmückten Fenster einen scharfen Contrast gegen die dunkeln, unfreundlichen Nachbarhäuser bildeten, die fast alle von Handwerkern und Krämern bewohnt wurden. Das erste und einzige Stockwerk, obgleich es nur von einem jungen unverheiratheten Advokaten bewohnt ward, stand an Eleganz und Sauberkeit dem Erdgeschosse nicht nach, es zeichnete sich vielmehr durch einen Flor ausgewählter Blumen in den reinlichen Fensterbrüstungen vor demselben aus. Der Besitzer dieser Niederlage von Heilmitteln war ein Mann von ungefähr fünfzig Jahren und nannte sich Istvan Czabo. Sein Haupthaar war bereits stark ergraut, aber die Lebendigkeit seiner Bewegungen, das Feuer der