Theater und Schule
Theater und Schule. Von L. R. „Da sind wir nun am schwarzen Bär. Hier mag der Kutscher füttern. Und gehst Du nun erst mit in’s Wirthshaus, Theodor, oder kehrst Du nach Magdeburg zurück?“ Mit raschem Satze sprang Theodor bereits aus dem Wagen, und öffnete dem Vater schweigend den Schlag. Der Vater stieg aus. „Theodor, so gewandt, so sicher, mit solcher Eleganz auch in den Ehestand hinein!“ sprach der Vater weiter und lächelte den Sohn an. Der Sohn schwieg, klappte den Wagenschlag zu, schlug die Augen nieder. „Hat mein voriges Gespräch Dich ernst gestimmt?“ fuhr der Vater fort, während er den Sohn an die Hand nahm, „und doch kann ich nichts davon streichen. Du bist achtundzwanzig Jahr, bist mein einziges Kind, bist Assessor, wohlhabend durch Dein mütterliches Erbe, und da ich so allein stehe, – ich meine es gut mit Dir und mir, – Du drückst mir die Hand? gibst mir Recht?“ Und nochmals drückte der Sohn des Vaters Hand, blickte auf und sprach: „Das könnte Alles schneller geschehen, als Du es denkst!“ „Warum sagtest Du das nicht vorher?“ erwiderte erfreut der Vater. „Also wirklich? – und die Tochter des Vicepräsidenten? – Errathen, Theodor?“ Lächelnd schüttelte dieser das Haupt. „Du schüttelst und drückst mir doch dabei die Hand?“ „Damit wünsche ich, daß eine Andere Dir ebenso lieb sein möge, als die Vicepräsidententochter.“ „Das soll sie, Theodor! Also wohl die Tochter des geheimen