Chapter

I. Vogue la Galere!

[Komme was da wolle!] Pünktlich beim Rendezvous, verließ Leonce vor Tagesanbruch das Hôtel des étrangers, und noch war die Sonne nicht aufgegangen, als er die schattige, in Bogenlinien sich hinziehende Allee der Villa betrat; die leichten Räder seines deutschen Wagens ließen kaum ihre Spur in dem feinen Sande zurück, in welchem gleicherweise das Getrappel seiner prächtigen Pferde erstarb. Er fürchtete indeß, zu früh gewesen zu sein, als er bemerkte, daß keine Wagenspur derselben Art der seinigen vorhergegangen war und in der Wohnung der eleganten Lady noch tiefes Schweigen herrschte. Vor der mit Blumen geschmückten Freitreppe stieg er dann ab, befahl seinem Jockey, den Wagen in den Hof zu führen, und nachdem er sich versichert hatte, daß die Krystallglasthüren mit vergoldetem Simswerk im Erdgegeschosse noch geschlossen seien, trat er unter Sabinas Fenster und summte halblaut die Arie aus dem Barbier: Ecco ridente il cielo, Già spunta la bella aurora … … E Puoi dormir cosi? [Schon lächelt der Himmel, Schon stralt die Morgenröthe, … Und Du schlummerst noch fest?] Wenige Augenblicke nachher öffnete sich das Fenster, und in einen Burnus von weißem Caschemire gehüllt, hob Sabina den Vorhang etwas in die Höhe und sprach mit lieblich nachlässigem Wesen: „Ich sehe, mein Freund, daß Sie mein Billet von gestern Abend nicht erhalten haben und folglich nicht wissen, was uns begegnet. Die

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