Chapter

Teufeleien

Ich zeichne die nachfolgende seltsame Begebenheit auf, damit man dereinst über die verwundersamen Wege Gottes erstaune und damit die Wahrheit an den Tag komme, die ich liebe und immer geliebt habe, wenn ihr auch nicht leicht einer so böslich mitgespielt haben mag wie ich. Deshalb trage ich auch Sorge, daß niemand hinter diese Historie gerate, so lange ich lebe, denn sonst möchte mir meine Bemühung zu großer Trübsal ausschlagen. Was alles man desto besser begreifen wird, wenn man bis ans Ende dieser Chronika gediehen ist. Es war im April des Jahres 1583, als es anhub. Damals wurde dem Rat hiesiger Stadt hinterbracht, auf der großen Wiese, des Seckelmeisters Hause gegenüber, habe man in der Nacht allerlei Ungewöhnliches und Unrichtiges wahrgenommen. Es habe etwas gerauscht und gemunkelt, hüpfende Lichtlein habe man gesehen, dazu Gestalten, die menschenähnlich erschienen wären, ja, es wollte sogar einer die Tochter des Seckelmeisters erkannt haben. Diese Meldung setzte die Herren vom Rate in nicht geringe Verlegenheit, da ein so hohes Haupt wie der Seckelmeister in bedenklich sich anlassender Weise darein verwickelt zu werden schien. Obschon ihm nämlich seines Reichtums und seiner Hoffart wegen viele mißgünstig waren, so hielten diese Herren dem Volke gegenüber doch zusammen wie Schwammpilze und setzten ihn insgeheim von dem Vorgang in Kenntnis, mit Andeutung, wenn eine

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