Geschichte eines Sultans von Indien und seines Sohnes Mohammed
In alten Tagen lebte in Indien ein König, der über weite Gebiete herrschte, – Preis ihm, der über die sichtbare und unsichtbare Welt herrscht! – doch hatte dieser Sultan weder einen Sohn noch eine Tochter. So versank er einstmals in Gedanken und sprach: »Preis dir! Es giebt keinen Gott außer dir, o Herr, jedoch hast du mir kein Kind, weder Sohn noch Tochter, beschert.« Am nächsten Tage erhob er sich und begab sich, ganz in karmesinrote Kleider gekleidet, in den Diwan, wo ihn der Wesir bei seinem Erscheinen im Diwan in solchem Aufzug vorfand. Er begrüßte ihn mit dem Salâm und segnete ihn mit dem Chalifensegen, worauf er zu ihm sprach: »O König der Zeit, verdrießt dich etwas, daß du ganz in Rot gekleidet bist?« Der König versetzte: »O Wesir, ich stand mit schwer beklommenem Herzen auf.« Der Wesir entgegnete: »Begieb dich in deinen Geld- und Juwelenschatz und kehr' deine Edelmetalle um und um, damit sich dein Kummer zerstreut.« Der Sultan erwiderte jedoch: »O Wesir, fürwahr, diese ganze Welt ist vergänglich, und nichts bleibt einem übrig als das Gesicht Gottes des Allgütigen zu suchen; jedoch kann einer in meiner Lage dem Kummer und Gram nimmermehr entgehen, wo ich so lange Zeit gelebt habe und weder mit einem Sohn noch mit einer Tochter gesegnet bin; denn, fürwahr, Kinder sind der Schmuck der Welt.« Hierauf erschien ein Mann von dunkler Hautfarbe, ein TakrûrīTakrûrīs werden die