Ala ed-Din und die Wunderlampe
Mir kam zu Ohren, o König der Zeit, daß in einer Stadt Chinas ein armer Schneider lebte, der einen Sohn, Namens Alā ed-Dîn, hatte. Dieser Knabe war von Kindesbeinen an ein Thunichtgut und ein Taugenichts, den sein Vater, als er sein zehntes Jahr erreicht hatte, ein Handwerk lernen lassen wollte. Da er aber so arm war, daß er kein Geld ausgeben konnte, ihn ein Handwerk, eine Wissenschaft oder sonst einen Beruf lernen zu lassen, nahm er ihn in seinen Laden, um ihm das Schneiderhandwerk beizubringen. Der Knabe war jedoch ein Nichtsnutz und spielte fortwährend mit den Gassenbuben und saß keinen einzigen Tag im Laden, sondern wartete nur, bis sein Vater den Laden eines Geschäftes halber oder, um einen Kunden zu besuchen, verlassen hatte, worauf er alsbald fortlief und mit den andern Thunichtguten von seinem Schlage die Gärten aufsuchte. In dieser Weise trieb er es, ohne seinem Vater zu gehorchen oder ein Handwerk zu lernen, bis sein Vater aus Gram und Kummer über die Nichtsnutzigkeit seines Sohnes krank ward und starb. Da es nun Alā ed-Dîn in dieser Weise auch nach dem Tode seines Vaters weiter trieb und seine Mutter sah, daß ihr Gatte das Zeitliche gesegnet hatte und ihr Sohn ein Nichtsnutz für sein ganzes Leben blieb, verkaufte sie den Laden samt allem, was sie darin fand, und legte sich aufs Spinnen von Baumwolle, wodurch sie ihren Lebensunterhalt und den ihres nichtsnutzigen