Die Geschichte des Königs Schâh Bacht und seines Wesirs Er-Rahwân
Einundzwanzigste Nacht. Die Geschichte von den beiden Betrügern, die sich gegenseitig betrogen. »Wisse, in der Stadt Bagdad lebte ein Betrüger, der die Leute durch seine Betrügereien ins Verderben brachte und weit und breit berüchtigt war. Eines Tages ging er mit einer Ladung Schafmist aus und schwor bei sich nicht eher wieder in seine Wohnung zurückzukehren, als bis er den Mist für den Preis von Rosinen verkauft hätte. In einer andern Stadt aber lebte ebenfalls ein Betrüger, der mit einer Ladung Ziegenmist ausging und bei sich schwor ihn nur für den Preis von getrockneten Feigen zu verkaufen. Beide wanderten so lange, bis sie in einer Schlucht zusammentrafen, wo sie einander vorklagten, was sie unterwegs alles von der Flauheit ihres Artikels erlitten hätten. Jeder aber suchte hierbei den andern zu betrügen, und der erste, der aus Merw war, fragte den andern, der aus Reij stammte: »Willst du mir das da verkaufen?« Der Mann aus Reij versetzte: »Gern.« Da fragte der Merwer: »Und willst du, was ich hier bei mir habe, kaufen?« Er erwiderte: »Schön.« Und so einigten sie sich und verkauften einander ihre Ladung, worauf sie sich verabschiedeten und voneinander trennten. Sobald ein jeder dem andern aus dem Auge gekommen war, untersuchten sie ihre Lasten um zu sehen, was sich darin befände, und der eine fand Schafmist und der andere Ziegenmist in seiner Ladung. Da kehrten sie beide um