Uns el-Wudschûd und Ward fil-Akmâm
Ferner erzählt man, daß in alter Zeit und in längst entschwundenen Tagen ein stolzer König von hohem Ruhm und großer Macht lebte, welcher einen Wesir, Namens Ibrāhîm, hatte; und dieser Wesir hatte eine Tochter von wunderbarer Schönheit und Anmut und ausnehmender Eleganz und Vollkommenheit, begabt mit überreichem Verstand und ausgezeichnet durch feine Bildung, nur daß sie Wein und Gelage liebte, die Gesichter der Schönen, hübsche Verse und merkwürdige Geschichten; und ihr zartes Wesen lud alle Seelen zur Liebe ein. Ihr Name lautete Ward fil-AkmâmDie Rose in den Kelchen., und sie war wegen des Übermaßes ihrer Zartheit, Vollkommenheit und Eleganz also genannt worden; und der König liebte es wegen ihrer ausgezeichneten Bildung in ihrer Gesellschaft zu bechern. Nun aber war es des Königs Brauch alljährlich die Angesehensten seines Reiches zu versammeln und mit ihnen Ball zu spielen; und als der Tag, an welchem sich das Volk zum Ballspiel versammelte, wieder gekommen war, setzte sich die Tochter des Wesirs in das Gitterfenster, um dem Spiele zuzuschauen. Da fiel ihr Blick mit einem Male auf einen Jüngling unter den Kriegern, wie es keinen mit hübscherem Gesicht und von eleganterer Erscheinung gab; sein Antlitz leuchtete, seine Zähne lachten, seine Schritte waren weit und seine Schultern breit. Wieder und wieder mußte sie ihn anblicken, ohne sich an ihm satt schauen zu können, so daß