Chapter

Einleitung

Geschichte des Königs Omar en-Noomân und seiner Söhne Scharrkân und Dau el-Makân Dieser große arabische Ritterroman, die längste der Erzählungen in »Tausend und eine Nacht«, etwa ein Achtel des gesamten Werkes umfassend, fehlt in der Breslauer Ausgabe. Wenn schon der Inhalt desselben vor die Regierungszeit des Chalifen Abd el-Melik, des fünften Omajjaden (685–704) verlegt wird, so finden wir hier doch zweifellos einen Nachhall der Ritterromantik der Kreuzzüge. Der Name des Königs lautet nach der Kalkuttaer Ausgabe wohl richtiger Omar, Sohn des Noomân. Die Bulaker Ausgabe läßt ihn in Damaskus regieren, was jedoch mit dem Folgenden im Widerspruch steht. Vielleicht mochte dem Schreiber bekannt gewesen sein, daß Bagdad erst unter den Abbassiden seine große Bedeutung als Hauptstadt des Chalifats erhielt, während zuvor Damaskus die Residenz der Omajjaden gewesen war. »Glückseliger König, ich vernahm, daß vor dem Chalifate des Abd el-Melik, des Sohnes des Merwân, zu Bagdad ein König, Namens Omar en-Noomân, lebte, welcher einer der mächtigen Recken war und die Chosroenkönige und die Kaiser bezwungen hatte. Es war mit ihm nicht zu streiten, und niemand wagte es sich mit ihm auf dem Kampfplatz zu messen, da er in seinem Zorne aus den Nüstern Feuer schnob. Er hatte alle Himmelsstriche erobert, seine Macht über alle Flecken und Städte ausgebreitet, und Gott hatte ihm alle seine Diener

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