Das Testament des Herrn von Chauvelin
Das Testament des Herrn von Chauvelin. Das Haus der Straße Vaugirard. Wenn man von der Straße Cherche-Midi nach der Straße Notre-Dame-des-Champs geht, so findet man zur Linien, einem Brunnen gegenüber, der die Ecke der Straße du Regard und der Straße Vaugirard bildet, ein kleines Haus, das in den Munizipalregistern der Stadt Paris unter No. 84 eingeschrieben ist. Und jetzt, bevor wir weiter gehen, ein Geständniß, das ich zu machen zögerte. Dieses Haus, in welchem mich die offenherzigste Freundschaft fast bei meiner Ankunft aus der Provinz aufgenommen hat, dieses Haus, das mir drei Jahre lang ein brüderliches war, dieses Haus, an welches ich in allen Glücks- oder Unglücksfällen meines Lebens damals mit geschlossenen Augen geklopft hätte, gewiß, daß es sich meinen Thränen oder meiner Freude öffnen würde; dieses Haus bin ich, um seine topographische Lage meinen Lesern genau anzudeuten, so eben selbst genöthigt gewesen auf einem Plane der Stadt Paris wieder erstehen zu lassen. Mein Gott! wer hätte mir das vor zwanzig Jahren gesagt. Das kömmt daher, weil auch seit zwanzig Jahren so viele Ereignisse gleich einer immer steigenden Fluth den Menschen unserer Generation die Erinnerungen ihrer Jugend geraubt haben, so daß man sich nicht mehr mit dem Gedächtnisse erinnern muß, — das Gedächtniß hat seine Dämmerung, in welcher sich die fernen Erinnerungen verlieren, — sondern mit dem Herzen.