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Ein Mittagessen bei Rossini

Im Jahre 1840 reisete ich zum dritten oder vierten Male nach Italien, und mein lieber Freund Dennién, Inspector der Musterungen, hatte mich beauftragt, der Madame Rossini einen Spitzenschleier zu überbringen, welche mit dem berühmten Componisten, ihrem Gatten, dem der Graf Ory und Wilhelm Tell das Französische Bürgerrecht erworben haben, Bologna bewohnte. Ich weiß nicht, ob nach meinem Tode irgend etwas von mir mich überleben wird, aber auf jeden Zufall hin habe ich die fromme Gewohnheit angenommen, indem ich meine Feinde vergesse, die Namen meiner Freunde nicht allein in mein häusliches, sondern auch noch in mein literarisches Leben zu mischen. Auf diese Weise führe ich in dem Maße, als ich der Zukunft zuschreite. Alles das mit mir fort, was Antheil an meiner Vergangenheit gehabt hat, und Alles das, was sich in meine Gegenwart mischt, wie es ein Fluß thun würde, der sich nicht damit begnügte, die Blumen, die Wälder, die Häuser seiner Ufer wiederzuspiegeln, sondern auch noch das Bild dieser Häuser, dieser Wälder und dieser Blumen zwänge, ihm bis in den Ocean zu folgen. Demnach bin ich auch niemals allein, so lange als noch eines meiner Bücher bei mir bleibt. Ich schlage dieses Buch auf. Jede Seite erinnert mich an einen verflossenen Tag, und dieser Tag entsteht auf der Stelle von seiner Morgenröthe bis zu seiner Abenddämmerung wieder, völlig belebt von denselben

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