Vorrede von Ernst Toller
Nicht Deutung des Lebens und Werkes von Henri Barbusse will ich geben, dazu bedürfte es Stunden, nicht Minuten. Was ich geben will, ist Bekenntnis zu einem Menschen, der Millionen erscheint als Sinnbild und Vorbild des revolutionären Dichters, als Stimme der Wahrheit, als Stimme des Geistes, die, aller Verfolgung zum Trotz, über die Grenzen zu den Völkern dringt. Ich erinnere mich, als in den Jahren der großen Schlächterei ein Buch zu uns kam: »Le feu«, »Das Feuer«. Wie es unsere Herzen ergriff, wie es Menschen, die verwirrt und ohnmächtig nicht den Weg fanden im künstlich erzeugten Nebel der Sinne, über alles tiefe Ergreifen hinweg die Schleier von den Augen riß, daß die Fratze der großen Zeit unverhüllt sichtbar ward. Ein Feind war es, der rief: So sieht der Krieg aus, so und nicht anders! Was ihr in den Heeresberichten der Generalstäbe, was ihr in den Feuilletons verschmockter Journalisten lest, ist Lüge. So und nicht anders sieht der Krieg aus: Die frierenden, armseligen, getriebenen Millionen Opfer, die einander zu Krüppeln schießen, die einander morden, die glauben, für Vaterländer zu kämpfen, und die doch nur kämpfen für die erbärmlichen Begierden einer Handvoll Parasiten in allen Staaten, Opfer, die, wären sie sehend, aufständen und einander brüderlich umarmten, oder sich wendeten gegen den wirklichen Feind, wie es ein Mann tat, dessen Stimme auch das Grab des