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In Plettenhaus

Plettenhaus, den 2. April. Liebes Kind, sagte heute meine Tante zu mir, bilde dir nie etwas darauf ein, daß du ein Fräulein von Plettenhaus bist; vergiß es aber auch nie! Trinchen in ihrer Nähecke räusperte sich, die Tante warf ihr einen strengen Blick zu und fuhr fort: Dein seliger Großvater war erster Minister und wenn dein seliger Vater – nicht den Engel geheiratet hätte, – platzte Trinchen dazwischen. Jungfer Katharine, Sie schweigen! sagte die Tante. Trinchen weiß, was die »Jungfer Katharine« zu bedeuten hat, und begnügte sich mit einigen Seufzern. Die Gute! Je höher die Tante thut und in die Luft wächst, je mehr beugt und fügt sie sich, bis sich plötzlich ihre Zunge teilt und sie mit Flammenworten redet. Wie dann der Tante Größe verschwindet, ihre Worte verwehen, wie Nebel vor den reinen Sonnenstrahlen. Ich dachte darüber nach und hörte nicht was die Tante sprach, sie ward böse und sehr feierlich: – Rang und Stand sind Gottes Ordnung. Die Rose muß ihm als Rose blühen, das Gänseblümchen als Gänseblümchen. Es würde der Rose schlecht anstehen, sich hinabzubeugen zum Schmutz des Angers, und das Gänseblümchen wird sich vergebens bemühen, als eine Rose zu strahlen. So sprach die Tante und noch mehr; als sie schwieg, sang Trinchen leise: Du bist ein guter Hirt, Und wirst es ewig bleiben, O Jesu gieb, daß ich Dies mög' von Herzen glauben; Laß hören deine Stimm, Daß ich davon

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