Chapter

Der Tod des Baldassar Sylvandre, Freiherrn von Sylvanie

I Apoll, so melden die Poeten, hütete jeden Tag die Herden des Admet; jeder Mensch ist auch ein verkleideter Gott, der den Narren spielt. »Herr Alexis, weinen Sie doch nicht so! Vielleicht bekommen Sie vom Herrn Baron von Sylvandre ein Pferd geschenkt.« »Ein ganz großes, Beppo, oder ein Pony?« »Vielleicht wird es ein großes Pferd wie das des Herrn Cardenio. Aber weinen Sie doch nicht so ... an Ihrem dreizehnten Geburtstag!« Die Aussicht, ein Pferd zu bekommen, und der Gedanke, daß er dreizehn Jahre alt war, machten Alexis' Augen durch die Tränen aufleuchten. Aber er war noch nicht getröstet, denn er mußte seinen Onkel Baldassar Sylvandre, Freiherrn von Sylvanie, besuchen. Er hatte ihn allerdings schon öfter gesehen seit dem Tage, an dem er gehört hatte, die Krankheit seines Onkels sei unheilbar. Aber wie hatte sich alles seitdem geändert! Baldassar hatte sich über seine Krankheit völlige Klarheit verschafft und wußte, daß er höchstens noch drei Jahre zu leben hatte. Alexis konnte natürlich nicht begreifen, daß diese kummervolle Gewißheit seinen Onkel nicht getötet oder in den Wahnsinn getrieben hatte. Er fühlte sich nicht stark genug, den Schmerz zu ertragen, wenn er ihn sah. Er war durchaus überzeugt, daß er dann mit ihm von seinem nahen Ende sprechen müsse. Wie sollte er sich die Stärke zutrauen, den Onkel zu trösten oder wenigstens das Schluchzen in seiner Kehle zu

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