Erster Teil
Tag und Nacht. Erster Band Erzählungen »Wenn der blaue Himmel in unser Gemach scheint, mögen wir gerne lesen, was der Schwanenkiel bei heiterer Sonne auf das Papier warf; aber für die Lampe gehört, was zur Mitternachtsstunde die Rabenfeder auf das Papier warf. Tag und Nacht spiegeln sich in ihren Geburten.« Reizender üppiger Garten von Valencia, sonnedurchfunkeltes Paradies Europa's, edelstes aller Königreiche, die unter Spaniens Krone sich vereinten wie ein Bündel goldener Scepter! Niemals warst du schöner in deiner Pracht, als an dem Morgen, wo die junge Manuela aus dem Schlafe geweckt wurde, und ihre Dienerinnen sie begrüßten als eine Braut. Wie lauschte das reizende Kind, dessen Wangen noch leuchteten vom Purpur des Schlummers! Wie es hoch aufseufzte, verwundert und träumend um sich her spähte, und nach seinem lieben Mariano fragte! -- Und die Dienerinnen verneigten sich, und sprachen mit süßen Stimmen: »Don Mariano putzt sich wie Ihr, liebliche Sennora. Er will seiner Braut Ehre machen, und darum ziemt es sich, daß Ihr Euch schnell in die seidenen Gewänder werfet, die der beste aller Väter für Euch bereiten ließ.« -- Da breiteten sie vor den Augen des erröthenden und schwer athmenden Kindes eine Menge von Schleiern und Stoffen, von Federn und Bändern aus, und streuten dazwischen mit verschwenderischer Hand Ströme von Diamanten und Saphiren, so daß allenthalben auf dem