Chapter

Die Einnahme von Orvieto

Herr Reinhold von Gempenbach, der Hauptmann der deutschen Lanzknechte, die vom Kaiser den Sienesen beigesellt worden waren, sprengte zwischen Schleuderern und Schützen hindurch zu Herrn Mino dei Mini, dem er sich zugeschworen hatte mit seinen Reitern. Er griff dem schweren Rotfuchs, an dessen Flanken seine Beine tief hingen, in die Zügel, und das Tier stemmte die Vorderhufe gegen den Fels, daß Funken flogen. Aber der Reinbold redete nicht zu Herrn Mino, sondern zu dem luganesischen Landi, der immer hinter seines Rosses Schweif laufen mußte wie ein Hund, wenn er die Peitsche nicht zu schmecken begehrte. Zwar lag der Reinbold mit seinen Kerlen schon drei Jahre lang in Siena, aber er verstand noch immer nicht, was da die Leute redeten, und der Landi sagte sein Wort eilig dem Feldherrn weiter. »Eure Brander fliegen nicht bis an die Zinnen von Orvieto! Schenkt lieber Eure Wurfböcke den Bauern fürs Kugelspiel!« »Sag dem Guempeba,« brüllte Herr Mino, »er soll mir nicht erzählen, was ich ohnehin weiß!« – Aber ehe noch der Landi es verdeutscht hatte, da saß ihm schon ein eiserner Pfeil im Hals, der aus der Stadt oben gekommen war und etwa Herrn Mino zugeflogen sein mochte. Der Landi taumelte und fiel, und anstatt der deutschen Rede kam Blut aus seinem Mund. Herr Mino und der Gempenbach sahen es, und dann lachten sie einander ins Gesicht. Jetzt konnten sie ja gleich Ballen ihre

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