Südlicher Sommer
Euch, meine Väter: Dir, Johann Preradović, Sagenhafter, Offizier in Pappenheims Heer, gefallen von schwedischer Kugel; Dir, Petar Preradović, mein Großvater, gesegneter Dichter deines Volkes; Und dir, mein Vater, Dušan Preradović, Seemann und Forscher; dem Andenken deiner Liebe und des Übermaßes von Bitternis, das dein Teil war: Euch widme ich diese Gedichte. Lied bei Morgengrauen Die Welt ist ohne Ende, Die Welt ist ohne Saum, Aus dämmerndem Gelände, Da steigen Berg und Baum. Die Welt ist voll von Wegen, Die Welt ist voll von Leid. Ich hab' so sanft gelegen In tiefer Dunkelheit. Der Träume Land war linde Wie Haare einer Frau; Maria mit dem Kinde Ging durch das Himmelblau. Ich küßte ihre Hände, Ja, küßte sie im Traum. – Die Welt ist ohne Ende, Die Welt ist ohne Saum. Junge Klage Ist aller Weg so wirr wie meiner? Ist alles Blut so rauschend fremd? Ist auf der Welt noch irgendeiner So tief zur Einsamkeit verfemt? Sind aller Menschen junge Jahre So ziellos und voll Traurigkeit? Ist keinem seine wunderbare Gekrönte Jugend schmerzgefeit? Gehn alle, sehnender Gebärde, Durch tiefe Wälder ganz allein? Ist es so schwer auf dieser Erde, So bitter seltsam, jung zu fein? Gelobtes Land Unsre Jugend ist ein weites Meer, Steigen viele Inseln draus empor, Fliegen viele Vögel drüber her. Unser Selbst ist wie ein ferner Strand, Der verschollen aus den Wassern steigt: Unser Selbst ist ein