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Widmung: An Maria-Victoria

WIDMUNG: AN MARIA-VICTORIA Es ist Nacht. Das Fenster steht offen, die feuchte Luft weht auf den Tisch und bewegt den Strauß von Pflaumenblüten neben deinem Bilde. Du blickst mir ins Antlitz, und ich erwidere ruhig deinen Blick. Die Frucht ist reif. Du kannst fordern, was dir gehört. Auch dieses Buch ist eine Heimkehr zu dir. In die größte Entfernung der Seele dringt dein Ruf. Selbst in die schöpferische Abgeschiedenheit weht der Hauch deines stummen Lebens. Du forderst nie und rechtest nie um einen Inhalt, der dir gehört. Du bist nur da, eindringlich und natürlich, ohne Anfang, ohne Ende. Haben wir es nicht an uns selbst verspürt, daß Abgründe Seele von Seele scheiden? Ist dieses Wissen nicht unsere Geschichte geworden? Hat es uns nicht von dem fruchtlosesten aller Kämpfe befreit und uns eine Klarheit des gemeinsamen Lebenszustandes gegeben, die uns vor Enge und Irrtum bewahrt? Welche wirkenden Kräfte unsrer Seele müssen wir eindämmen oder ersticken, um einander die Treue zu wahren? Ist irgendein Leben in uns, das wir einander nicht eingestehen dürfen? Haben wir nicht in den Jahren unsres Wachsens die grenzenlose Verehrung für alles Lebendige gelernt? Das schlichteste Leben eines Dinges hat uns das erhöhte Leben der vereinten Dinge gezeigt, im scheinbar Gewöhnlichsten hat sich das Außergewöhnliche offenbart. Nichts blieb gesondert, alles war in einen unergründlichen

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