Chapter

Vorwort

Wie merkwürdig. Mir tauchte da plötzlich in meinem Sinn ein altes Märchen auf, eine Legende, woran ich in dreißig Jahren nicht gedacht hatte – und nicht nur die Legende, auch die Urahne, die ich wieder deutlich zu sehen glaube, und der ganze elterliche Hof und alles um ihn her. Die Urahne hat mir die Legende erzählt. Am Rain vor der Scheuer saßen wir in der Frühlingssonne. Um uns herum scharrten die Hühner und watschelten die Enten. Auf dem Apfelbaume sang der Fink. Die Urahne spann und zum Schnurren ihres Rädchens erzählte sie dem Kinde Geschichtchen. Das Kind kauerte ihr zu Füßen und horchte auf und hörte vom Knaben Jesus das Wunder. Vor der Hütte seiner Eltern saß der heilige Knabe und hatte feuchten Thon vor sich. Und wie Gott der Vater aus Thon den Menschen geformt, so bildete und formte der Knabe allerlei Gestalten. Vögel bildete er nach, kleine und große, Vögel des Himmels, die am wenigsten erdgeboren scheinen unter allen Geschöpfen. Er formte sie treu und stellte sie in einer Schar um sich her. Und so eifrig war er in seinem Formen und Bilden, daß er nicht sah noch hörte, was um ihn vorging. Da kamen aber vier Männer des Weges, ehrwürdige Greise in weißen Bärten und langen Gewändern. Schriftgelehrte waren es und Gesetzesausleger, und ein Vikar des Oberpriesters. Ein Pharisäer war auch darunter. Ihre Augen blickten streng und finster. Sie sprachen gerade davon, wie in

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