1. Erste friedliche Station.
Von Köln zur russischen Grenze. – Russischer Zoll, russische Küche. – Auf dem Wege. – Eine reisende Menagerie. – Die Brasilianerin und der tapfere Serbe. – Ankunft in St. Petersburg. – Die Droskys. – Russisch-deutsche Gastfreundschaft. – Die Sterletsuppe. – Ein geheimer Polizist. – Eine Gastvorstellung des Winters. Im Schlafwagen des Kölner Zuges, mit dem ich meine Reise antrat, um der „Gartenlaube“ vom Kriegsschauplatze aus meine hiermit eröffneten „Streifzüge“ zugehen zu lassen gab es schon einen kleinen Vorgeschmack kriegerischer Reibungen. Zwei biedere Spießbürger, der eine aus Düsseldorf, der andere aus Frankfurt, geriethen, als sie Beide bereits auf ihrer Hängematte – einer gegenüber dem andern – ausgestreckt lagen, in eine lebhafte politische Kannegießerei. Der Philister Nr. 1, eine stattliche Figur mit wohlgepflegten Cotelettes, entpuppte sich als warmer Russenfreund, sein Widerpart, ein dickes, glattrasirtes Männchen mit imponirendem Schmeerbauch, war guter Türke. – Sehr unterrichtet über die Tagespolitik waren die Herren nicht, denn sie stritten sich vierundzwanzig Stunden vor dem Einmarsch der Russen in Rumänien noch darüber, ob – Montenegro den Waffenstillstand annehmen würde oder nicht. Ein dritter Reisender, der im dritten Stockwerk oberhalb der Hängematte des Türkenfreundes sich in Morpheus' Armen zu wälzen versuchte, mischte sich in das Gespräch und gab