Strandkorb Nr. 121 - 1. Kapitel
1. Kapitel. Harald Harst und ich gingen im Gemüsegarten des Harstschen Hause in Berlin-Schmargendorf auf und ab. Frau Auguste Harst, mit einer großen Leinenhaube auf dem weißen Kopf, stach Spargel. — Nach unserem letzten größeren Abenteuer mit unserer Feindin Daisy O’Brien, die uns von Belutschistan aus hartnäckig gefolgt war, hatte Harald nur drei geringere Probleme erledigt, die zu alltäglich sind, um sie hier zu schildern. Wir hatten also sozusagen volle drei Wochen ohne jede ernstere Aufregung zugebracht, und ich merkte Harald bereits an, daß er sich zu langweilen anfing. Seine Mutter war überglücklich, daß wir nun fast wie harmlose Rentiers lebten. Unser chinesischer Diener Tscho, auf den der Leser sich aus dem vorigen Band »Auf des Messers Schneide« noch besinnen wird, war inzwischen von dem Dolchstich Mistreß O’Briens völlig wiederhergestellt und hatte sich beinahe ein dem meinen ähnliches Bäuchlein angepflegt. Es war heute der dritte Mai. Der Vormittag war prächtig, — warm, windstill und erfüllt von Lenzesfrohsinn. Nur Harald hatte seinen schlechten Tag. Ich fragte ihn jetzt schon zum dritten Male, worüber er eigentlich nachgrübelte. — Er blieb stehen und schaute seiner Mutter zu, die den Spargelkorb bereits halb gefüllt hatte. »Es liegt etwas in der Luft,« erwiderte er leise. »Wenn ich nur wüßte, was, mein Alter. Die Anzeige fand ich heute morgen abermals in der