Vorwort zur dritten Auflage
Siebzehn Jahre, nachdem ich es geschrieben, und fünfzehn, nachdem es zum zweitenmale gedruckt, kommt dieses kleine Buch wieder in meine Hand. In diesen anderthalb Jahrzehnten hat die Welt so große Veränderungen erfahren, daß man, auf jene Zeiten zurückschauend, zuweilen, in nachdenklichen Augenblicken, sich wol fragen mag, ob Alles, was dazwischen liegt, ein Traum; und daß man Plätze, an denen man damals jung und glücklich und harmlos gewesen, heute wiedersieht mit einer Empfindung, nicht unähnlich jener des Rip van Winkel, dessen Geschichte Washington Irving in seinem »Skizzenbuch« so schön und rührend erzählt. Manches von dem, was einst Wirklichkeit für uns gewesen, ist in das Reich der Schatten zurückgetreten; aber der schönste Traum, den der Dichter träumen, die heißeste Sehnsucht, die der Patriot empfinden konnte, haben sich indessen verwirklicht. Die Gegenwart ist so mächtig bewegt und gewaltig, und so wunderbar und vollkommen der Umschwung aller Dinge, daß Nichts davon unberührt geblieben und Alles, was hinter uns liegt, sich in eine nebelhafte Ferne zu verlieren scheint. Und dennoch thut es wohl, sich des Vergangenen zu erinnern; es ist ein Theil dessen, was wir waren und wir schulden ihm Pietät. Auch das vorliegende Buch, wie das Publikum es kennt, ist ein Stück der Vergangenheit. Als ich es schrieb, als ich zum erstenmal auf Sylt war, da lag die Hand des Dänen noch