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Chapter

Wo Das Wasser Aufhoert

Maren ließ den See untersuchen. Ein Sonarteam der Wasserschutzpolizei fuhr ein Raster über die Stelle, die Claudia beschrieben hatte — dreihundert Meter vor dem Ufer, auf halbem Weg zwischen Meersburg und der Insel Mainau. Die Ergebnisse waren verstörend. In achtzig Metern Tiefe, auf dem Grund des Sees, lag eine Struktur: rechteckig, etwa fünfzehn mal zwanzig Meter, mit glatten Wänden und einer Öffnung an der Oberseite, die einem Einstieg glich. Kein Wrack, kein geologisches Phänomen. Etwas Gebautes, in einer Tiefe, in der nichts Gebautes sein sollte. Das Tauchteam ging am Mittwoch hinunter. Maren verfolgte die Operation vom Boot aus, über eine Videoleitung, die das Bild der Helmkameras auf einen Monitor übertrug. Sie sah den Seegrund, schlammig und dunkel, und dann die Struktur — Beton, alt, mit Rissen und Algenbefall, aber zweifellos von Menschenhand. Das Team fand den Einstieg, stieg hinab und betrat einen Raum, der trocken war, obwohl er achtzig Meter unter der Wasseroberfläche lag. An den Wänden hingen Pläne, vergilbt und wasserfleckig, die Maren als Architekturzeichnungen erkannte. Es waren Thomas Bergers Zeichnungen. In der Mitte des Raums stand ein Tisch, und auf dem Tisch lagen vier Gegenstände: Thomas Bergers Ehering, Claudias Halskette, eine Kinderzeichnung und ein Briefumschlag, adressiert an „Die Finderin". Maren öffnete den Brief an Land, mit Handschuhen und

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