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Unter Der Oberflaeche

Maren tauchte in das Leben der Bergers ein wie in kaltes Wasser — methodisch, gründlich, ohne Vorurteile. Thomas Berger: erfolgreich, beliebt, ein Mann, der Häuser für andere baute und sein eigenes vernachlässigte. Claudia Berger: ehemalige Lehrerin, seit der Geburt des zweiten Kindes zu Hause, aktiv im Elternbeirat, in der Nachbarschaft als freundlich und zurückhaltend beschrieben. Zwei Kinder, acht und elf, gute Schüler, keine Auffälligkeiten. Eine normale Familie, so normal, dass es beinahe verdächtig war. Der erste Riss zeigte sich in den Finanzen. Thomas Berger hatte vor acht Monaten einen Kredit aufgenommen — nicht bei einer Bank, sondern bei einer Privatperson, deren Name in keinem Handelsregister auftauchte. Die Summe war erheblich, der Verwendungszweck unklar. Maren folgte dem Geld durch ein Labyrinth aus Konten und Scheinfirmen und landete schließlich bei einem Unternehmen in Zürich, das sich auf Unterwasserarchäologie spezialisiert hatte und dessen Geschäftsführer seit drei Jahren als vermisst galt. Der zweite Riss war persönlicher. In Claudia Bergers Nachttischschublade fand Maren ein Tagebuch, das letzte Einträge vom Donnerstag vor dem Verschwinden enthielt. Claudia schrieb über Geräusche im Haus — Klopfen aus dem Keller, das zu regelmäßig war, um natürlich zu sein. Über Thomas, der nachts verschwand und morgens mit nassen Schuhen zurückkam. Und über etwas, das

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