Einleitung
Stille Straßen. Das Leben ist mit dem Lärm verwechselt worden, und so wurde der Lärm international. Wo er sich am wildesten gebärdet, vermutet man die höchste Lebensentfaltung, die beste Kultur. Was Wunder, daß sie alle: die Staaten, die Gemeinschaften, die Einzelmenschen sich zu überbieten suchen an geräuschvollem Getu, daß sie tagtäglich ihre Kraft und ihren Wert ausschreien und darauf rechnen, daß selbst alle feinsichtigeren Augen und alle hellhörigeren Ohren zu stumpf geworden sind, um die traurige Lüge zu erkennen. Alle lärmvollen Straßen münden ins Elend. Am Ende steht der Fahrstuhl für die Gelähmten. In den steigen alle Lärmer mit dem bitteren Schlußgedanken, daß das ganze Hasten keinen eigentlichen Zweck und Sinn hatte. Und so fahren sie das letzte Endlein Weges den Cypressen zu. - Wer gut sein will, wird sich nicht verurteilen, sondern bedauern, als die Betrogenen der Welt. Denn sie haben sich Wohl oft »amüsiert«, aber sie haben sich noch viel öfter geängstigt, sie waren nie von tiefstem Herzen glücklich und tranken hundert gallbittere Kelche aus. Welch eine Abrechnung am Schluß! - - - Würde ein großer Befreier vom Himmel geschickt, er müßte unsere großstädtische und alle andere Hyperkultur zertrümmern, auslöschen die funkelnde, giftige Lüge der Zeit, die taumelnde Menschheit wieder zurückführen zu den stillen Gesundheitsbronnen der Natur, damit nicht gar so viel