Chapter

Erstes Buch, Kapitel I.

In dem Palatium des großen Kaisers Theodosius zu Mailand diente ein umfangreicher, auf allen vier Seiten von Säulengängen umgebener Hof den kriegerischen Spielen der vornehmen Knaben und Jünglinge wie der Römer so der vielen befreundeten oder auch unterworfenen Völker, die als Zöglinge, als »Gäste«, in Wahrheit oft als Geiseln, unter Aufsicht und Gewalt des Imperators in Italien lebten. In diesem Hofe tummelten sich gegen Ende des vierten Jahrhunderts unter Römern, Griechen, Asiaten auch zahlreiche junge Germanen von mancherlei Stämmen. Der Älteste von diesen, auch seiner Volksgenossen hohe Gestalten um Haupteslänge überragend, aber das blonde Haar nach Römersitte kurz geschnitten und den sprossenden Flaumbart beschoren, in römische Tunika gekleidet, mit römischen Sandalen beschuht, hatte sich aus dem Getümmel der wettspielenden Genossen zurückgezogen und auf eine der hohen Stufen des Säulengangs gesetzt, von wo er sinnend das Auge über die eifrig, ja hitzig mit Ringen, Speerwurf, Pfeilschuß Wettkämpfenden gleiten ließ. Lange saß er so, ruhig, verhalten, mit ernsterem Ausdruck als seinen Jahren zukam. Da störte ihn aus seinem Nachdenken auf ein etwa fünf Jahre jüngerer Freund, der, ebenfalls unverkennbar ein Germane, nichts Römisches an sich trug, sondern in allen Stücken die Tracht seines Volkes. »Eh Stilicho, höre!« rief er mit heller, wohllautender Stimme in der Sprache der

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.