Chapter

Steuermann Restraaten

Eine Regenbö war eben vorübergegangen. Eine von der verschwenderischen Sorte, wie man sie nur in den Tropen kennt. Richtig mit Eimern hatte es gegossen, und jetzt standen überall in den Felsvertiefungen der vier kleinen, kahlen Inseln große Pfützen, die grauen Granitmassen glänzten wie lackiert und zahllose kleine Eintagsbächlein rieselten murmelnd zu Tale. Auf einem der Eilande hatten zwei Europäer vor den stürzenden Wassermassen unter einer weit vorspringenden Felswand Schutz gesucht. Neben ihnen lagen fünf große Schildkröten, die sie vorhin am Strande erbeutet hatten, sog. Lederschildkröten, die keinen Panzer, sondern nur eine dicke, faltige Haut besitzen. Jetzt trat der eine, ein kräftiger Knabe von etwa vierzehn Jahren, ins Freie hinaus und schaute der schwarzen Wolke nach, die nur noch mit einzelnen Tropfen die Erde besprengte. „Kommen Sie, Herr Gerling, – die Bö ist vorüber“, sagte er zu seinem Gefährten, einem kleinen, verwachsenen Manne mit sehr langen Armen, der mit seinem verwilderten blonden Bartwuchs in dem sonnverbrannten Gesicht recht wenig vertrauenerweckend ausgesehen hätte, wenn nicht ein Zug von Offenheit und Gutmütigkeit deutlich in seinem Antlitz ausgeprägt gewesen wäre. Heinrich Gerling nahm drei der mit einem Strick zusammengebundenen Schildkröten auf den Rücken, ergriff sein Gewehr und verließ den Schlupfwinkel. Nach einigen Minuten hatten die beiden das

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