Chapter

Zwölftes Kapitel

Lashmar war von Lady Carminows Schönheit beinahe überrascht als sie zur Theezeit langsam in die Bibliothek trat. Obgleich er sie im Juni einen Augenblick gesprochen, war er doch auf so viel Lieblichkeit nicht vorbereitet; das reizende, anziehende Mädchen hatte sich in eine königliche Schönheit verwandelt. Die junonische, volle Gestalt war von einem einfachen, mattbraunen Seidenkleide umflossen, das ihre edlen Formen in vornehmer Einfachheit hervortreten ließ. »Wie merkwürdig, daß wir uns gerade in diesem Zimmer um ersten mal wiedersehen,« sagte Clarice, als sie Lashmar die Hand geschüttelt hatte und in den bequemsten der Sessel gesunken war, die um Kamin und Theetisch herumstanden. »Entsinnen Sie sich noch jenes Nachmittages, an dem Sie mir die Bücher gezeigt und wir die arme kleine Wilde auf der Leiter sitzend fanden?« »Gewiß, ich habe es nicht vergessen und wurde erst heute durch den Schützling meines Bruders daran erinnert. Meine Mutter sagt, es sei eine ganz fügsame, brauchbare Person aus ihr geworden.« Clarice zuckte die Schultern und schauderte leicht zusammen. »Ich möchte eine derartige Person nicht um mich haben,« sagte sie, »aber die gute Lady Lashmar scheint seit kurzem ganz für sie eingenommen.« Die gute Lady Lashmar bestritt jedes derartige Gefühl für das junge Mädchen und begnügte sich, sie für »brauchbar zum Vorlesen« zu erklären. »Ich habe immer ein wenig Angst

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