Erstes Kapitel
Die grauen alten Mauern von Lashmar Castle in Middleshire erheben sich in schweren Massen über einer breiten Krümmung des Avon, der hier einen starken Bogen beschreibt und an den binsenbewachsenen Ufern so langsam hinschleicht, daß es den Anschein hat, als ob ein Geist der Lashmarer Wälder die Rolle der Kleopatra übernehme und diesen wässrigen Antonius hier festhalte. Der Fluß hat hier wirklich einen so trägen Lauf und breitet sich so behaglich aus daß ihm niemand die Kraft zutrauen würde, eine Mühle zu treiben oder ein Schiff zu tragen. Er sieht so idyllisch aus, so ganz für Chloe und Phyllis, so viel eher für Strephon und seine Herde, als für alltägliche Nutzbarkeit geschaffen, und doch beugt er sich, ehe er das Meer erreicht, noch oft genug dem Nützlichkeitsprinzip und trägt allen Küchenunrat hinweg, der in kein Wasser geworfen wird. Wenige Meilen ostwärts von den Wäldern von Lashmar, dort wo die große Fabrikstadt Brumm den Himmel mit dem Qualm ihrer zahllosen Rauchfänge verfinstert und die Luft mit der Ausdünstung ihrer Bevölkerung verpestet, bequemt sich dieser selbe Fluß dazu, die düstere Livree des Rauches und Schmutzes anzulegen. Aber hier bei Lashmar Castle verrät noch keine Spur die Nähe jenes großen Mittelpunktes der Industrie, und niemand, der sich an den Ufern des kristallhellen Flusses zwischen den Binsen und den uralten Eichen im Hintergrunde sonnt, würde einen