Der Handwerksgeselle
I. Der Handwerksgeselle Heinrich Bucher war allmählich seinem heimatlichen Gau nähergerückt und schlenderte eines Nachmittags wohlgemut dem Dorfe Aarstetten zu. Am Rücken hing ihm ein wohlgefüllter Reisesack, und die Rechte schwang munter den währschaften Knotenstock. Den weichen Filzhut hatte er sich um und um mit Löwenzahnblüten besteckt, und die grauen Augen blitzten frisch und lustig aus dem sonngebräunten Gesicht heraus. Es war köstlich zu wandern an diesem sonnenhellen, mildwarmen Frühlingstage, und Bucher hatte dies Wanderglück in vollen Zügen genossen. Nun mahnten ihn seine leise brennenden Fußsohlen, daß es Zeit sei zum Ausruhen. Der Wegrain lockte zum Absitzen, und Bucher warf sich ins grüne Gras, schob sich den Reisesack bequem unter den Nacken, dehnte und streckte sich und lachte vergnügt in sich hinein: «Es ist doch verteufelt schade, daß mich jetzt keiner meiner Nebengesellen sehen kann! ‹Bucher das Arbeitstier› stromert jupheidi und vallera anderthalb Wochen ins Blaue hinein und kümmert sich um Arbeit und Arbeitsgelegenheiten nicht mehr als um die Stiefelabsätze des Königs von Siam! ‹Bucher, der Mehrbessere, der unausstehliche Streber›, liegt der Länge nach an der Sonne, als ob er Zehntausende Renten zu verzehren hätte! Die Lafern würden sie offen vergessen, die Dummköpfe, die meinen, unsereiner habe weder Augen noch Ohren und sei inwendig mit Sohlleder