Spuk - Widmung und Spukgeschichten
Dem lieben verehrten Freund unseres Hauses Herrn Oberstleutnant Kindler von Knobloch Hofchef Sr. Hoheit des Prinzen von Anhalt Herzoglich Anhaltischer Kammerherr in alter und aufrichtiger Freundschaft zugeeignet. Schwerin, 26. Juli 1896. Meine liebe, verehrte Frau Anny! Ein Brief an die Schriftstellerin Frau Anny Wothe, der in der Zeitschrift »Von Haus zu Haus« unter »Selbsterlebtes berühmter Männer und Frauen« abgedruckt ward. Etwas Selbsterlebtes wollen Sie? – Das ist ein überweiter Begriff für Eine, die so viel des Schönen und Interessanten erlebte wie ich, und eine recht harte Pille für abermals Eine, welche – fern von aller Tinte eine energische und recht angreifende Kur gebrauchen soll. Da lassen Sie mich, bitte, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und durch die gütige Vermittelung von »Von Haus zu Haus« auf eine Frage Antwort geben, welche neuerdings von meinen Lesern so unendlich oft an mich gerichtet wird, daß es mir nicht mehr möglich ist, jeden Brief persönlich zu beantworten. Angeregt werden die Zuschriften jedesmal durch die Lektüre der »Spukgeschichten mit Aufklärung«, welche den Novellenband »Sternschnuppen« eröffnen. Die Frage: »Sein oder nicht sein?« – »Spuk oder Nichtspuk« scheint die Gemüter mehr zu erregen, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt. »Glauben Sie an Spuk, oder nicht?« »Halten Sie es für möglich, daß sich Übernatürliches ereignen kann oder