Der Marathonlauf
Die Olympischen Spiele 1906 standen in Sicht. In Athen wurden gewaltige Zurüstungen getroffen. Der Kronprinz von Griechenland, Herzog von Sparta, hatte den Vorsitz im großen Komitee übernommen, und durch Vermittlung der griechischen Gesandtschaften hatten sich auch im Ausland in den wichtigsten Kulturzentren aller Weltteile Spezialkomitees gebildet, um für eine würdige internationale Beschickung der bevorstehenden großen athletischen Wettkämpfe zu sorgen. Natürlich auch in Wien. Da stellte sich ein Erzherzog an die Spitze, der von jeher ein lebhaftes Interesse und tiefe Sachkenntnis nicht nur in Fragen der Wissenschaft und Kunst, sondern auch für die geistige und körperliche Erziehung der Jugend bekundet hatte. Der Kaiserlichen Hoheit stellten sich notable Kavaliere des Reiches zur Verfügung, und um diese repräsentativen Spitzen scharte sich eine Gruppe von fachkundigen Sportsmännern, welchen die öffentliche Meinung die Zuständigkeit zur Erledigung derartiger Angelegenheiten willig zuerkannte. Nach einer der Sitzungen dieses Komitees begaben sich einige engere Freunde auf Anstiften und unter Führung des angesehenen Hof- und Gerichtsadvokaten und Präsidenten des Klubs der »Spartiaten«, Doktor Felix Werenz, in eine mollige Weinstube, um dort bei einem von ihm in Sonderheit gerühmten kühlen Rüdesheimer noch eine gemütvolle Nachsitzung zu halten. Und so geschah es. Man besprach die