Vorwort
Aus der Vorrede zur zweiten Auflage Achtzehn Jahre sind es, seit ich dies mein erstes Buch der Öffentlichkeit übergab. Ich erkenne es als ein hohes Glück, daß Schicksal und Bildungsgang mich in erster Jugend dahin drängten, mich in das Leben eines so erhabenen Geistes zu vertiefen; und daß mir hierzu jetzt von neuem Veranlassung geboten wurde, daß ich ein andächtiges Jugendstreben mit dem Eifer des Mannes wieder zu erfassen Gelegenheit hatte, das zähle ich zu meinen freudigsten Erlebnissen. In dieser Empfindung habe ich das Buch nach Maßgabe meiner Kraft mit Sorgfalt durchgearbeitet. Der große Genius hat das Recht und die Pflicht, die ersten Arbeiten seines Geistes unberührt stehen zu lassen, da sie als Denkmale seiner Entwicklungsgeschichte eine Bedeutung haben. Wir anderen sind meiner Überzeugung nach verpflichtet, den Leistungen des ersten Schaffenstriebes dadurch Berechtigung der Dauer zu geben, daß wir Gehalt und Gestalt derselben mit reiferer Erkenntnis möglichst zu vollenden und abzuklären suchen. Möge nun der Einblick in die Lebensbedingungen und in das Walten einer solchen Menschennatur dem vorurteilsfreien Leser den Segen der Erhebung bringen und ihn zur freien Erkenntnis seines eigenen Wesens und Geschickes führen. Ich weiß, wie viel mir dazu fehlt, um dem Meister in seinem Gange nachzugehen, aber ich nehme mir die Schlußworte seiner Ethik zum Troste: »Alles hohe ist